Trotz seines Namens stammt der Australian Shepherd nicht aus Australien, sondern hat seine Wurzeln in den Vereinigten Staaten von Amerika. Seine Entwicklung begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts (ab etwa 1890) und setzte sich im frühen 20. Jahrhundert gezielt fort.
Baskische Schäfer brachten ihre Hütehunde zunächst nach Australien und von dort weiter nach Nordamerika. Als diese Hunde ab den 1890er-Jahren vor allem auf den großen Ranches im Westen der USA eingesetzt wurden, bürgerte sich der Name „Australian Shepherd“ ein – obwohl die eigentliche Zucht und Weiterentwicklung in den USA stattfand.
Gezüchtet für die Arbeit (1900–1940)
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, insbesondere zwischen 1900 und 1940, wurde der Australian Shepherd gezielt als vielseitiger, robuster und intelligenter Arbeitshund weiterentwickelt. Sein Hauptaufgabengebiet war das Hüten und Treiben von Rindern und Schafen auf weitläufigen Farmen und Ranches.
In dieser Zeit legte man besonderen Wert auf:
•Arbeitswillen und Ausdauer
•Schnelle Auffassungsgabe und Eigenständigkeit
•Enge Zusammenarbeit mit dem Menschen
•Nervenstärke und Belastbarkeit
Der Hund sollte selbstständig handeln können, dabei aber stets gut führbar und aufmerksam gegenüber seinem Menschen bleiben.
Anerkennung und neue Wege (1957–1960er-Jahre)
Ein wichtiger Meilenstein folgte 1957 mit der Gründung des ersten offiziellen Zuchtvereins, dem Australian Shepherd Club of America (ASCA). In den 1960er-Jahren gewann die Rasse zunehmend an Popularität – nicht nur als Arbeitshund, sondern auch als Familien- und Sporthund.
Mit dieser Entwicklung entstanden nach und nach unterschiedliche Zuchtschwerpunkte:
Linien, die weiterhin stark auf Leistung und Arbeitsfähigkeit ausgerichtet waren, und Linien, bei denen zusätzlich das äußere Erscheinungsbild sowie ein ausgeglicheneres Wesen in den Fokus rückten.
Der Australian Shepherd heute
Heute ist der Australian Shepherd weltweit als vielseitiger Begleiter bekannt – im Hundesport, im Arbeitsalltag und im Familienleben. Trotz moderner Zuchtziele trägt er bis heute sein ursprüngliches Erbe in sich: den Wunsch, mit seinem Menschen zusammenzuarbeiten, Aufgaben zu übernehmen und ein fester Teil seines „Rudels“ zu sein.
Gerade diese Mischung aus Intelligenz, Loyalität und Anpassungsfähigkeit macht den Aussie zu einer so besonderen Rasse – damals wie heute.
Die Showlinie –
der Aussie für den Familienalltag
Die Showlinie vereint das typische, ausdrucksstarke Erscheinungsbild des Australian Shepherds mit einem ausgeglichenen und anpassungsfähigen Wesen. Diese Hunde sind ebenfalls klug, lernfreudig und aktiv – bringen aber meist eine ruhigere Grundstruktur mit, die sie besonders familien- und alltagstauglich macht.
Sie begleiten ihre Menschen gern durch Spaziergänge, gemeinsame Abenteuer, Trainingseinheiten und ein lebendiges Familienleben, ohne dabei permanent „unter Strom“ zu stehen.
Die Arbeitslinie –
für Menschen mit echten Aufgaben
Australian Shepherds aus der Arbeitslinie wurden gezielt für die Arbeit am Vieh gezüchtet. Sie besitzen einen sehr hohen Arbeitsdrang, enorme Ausdauer und ein starkes Bedürfnis nach geistiger und körperlicher Auslastung.
Diese Hunde sind ideal für Menschen, die regelmäßig Hundesport betreiben, hüten oder ihren Hund täglich intensiv fördern möchten. Ohne klare Aufgaben und Struktur kann sich ihre Energie schnell in Unruhe oder unerwünschtem Verhalten zeigen.
Wir haben uns bewusst für die Zucht der Showlinie entschieden, weil uns eines besonders am Herzen liegt: Hunde zu begleiten, die nicht nur optisch begeistern, sondern vor allem im Alltag ihrer Familien glücklich und ausgeglichen leben können.
Unser Ziel ist es, Australian Shepherds zu züchten, die sich sowohl für aktive Menschen als auch für Familien eignen – Hunde, die Freude an Bewegung und Beschäftigung haben, aber ebenso Ruhe und Nähe genießen können.
Bevor du dich für einen Aussie entscheidest, frage dich ehrlich:
•Wie viel Zeit habe ich täglich für Bewegung und Training?
•Möchte ich Hundesport oder gezielte Arbeit mit meinem Hund machen?
•Soll mein Hund mich vor allem im Familienalltag begleiten?